Grundbegriffe
Wer diese Begriffe kennt, versteht jede Funktion von Abwasser 3D. Die Aufgaben verweisen hierher, wenn ein Begriff wichtig wird.
Skizze, 3D erzeugen und Formteil von Hand
Abwasser 3D trennt das Planen vom Bauen: Sie skizzieren im Grundriss, LuaCAD baut daraus das 3D. Was die Automatik nicht kann, setzen Sie von Hand dazu.


| Skizze (Entwurfslinie und Anschlüsse) | 3D erzeugen | Formteil von Hand | |
|---|---|---|---|
| Was entsteht | Anschlusspunkte (Fallleitung, Apparat, Entlüftung …) und Linien im Grundriss, mit den Werten Medium, Geschoss, Gefälle, Durchmesser. | Rohre und Formteile mit Durchmesser nach der Norm und Gefälle ab der Fallleitung. | Ein einzelnes Formteil oder eine Kombination (z. B. Umlenkung 2×45°) aus dem Katalog. |
| Wann | Immer zuerst – schnell, leicht zu ändern, Kreuzen ist erlaubt. | Wenn die Skizze steht; nach jeder Änderung neu. | Für das Senkrechte (Fallleitung, Umlenkung, Abzweigetage) und für Stellen, die Sie selbst bestimmen wollen. |
| Ändern | Griffe, Verschieben, Eigenschaften der Linie bzw. des Anschlusses – dann neu erzeugen. | Nie direkt: „3D erzeugen“ ersetzt die bisherigen Teile. | Eigenschaften, Kürzen, Verschieben; es bleibt beim erneuten „3D erzeugen“ stehen. |
Unter dem 3D liegt die Skizze
Nach „3D erzeugen“ liegen Entwurfslinien und Anschlüsse auf einem verborgenen Hilfslayer unter den Rohren. Sie tragen alle Werte des Netzes. Darum gilt: geändert wird die Skizze, das 3D wird neu erzeugt.
- 3D löschen entfernt Rohre und Formteile – Entwurfslinien und Anschlüsse werden wieder sichtbar.
- 3D erzeugen auf ein Netz, das schon 3D hat, ersetzt die bisherigen Teile; Formteile von Hand bleiben.
- Teile, die „3D erzeugen“ gesetzt hat, ändern Sie nicht einzeln mit „Eigenschaften“ – LuaCAD nimmt sie aus der Auswahl und sagt es.
Leitungsnetz
Ein Leitungsnetz ist alles, was über Linien zusammenhängt – vom Apparat bis zur Fallleitung, in die das Wasser abfliesst. Jedes Netz bekommt eine Nummer; Listen, Positionsnummern und Beschriftung „Alle“ zählen je Netz.
Jedes Leitungsnetz braucht:
- genau eine Fallleitung nach unten – dorthin fliesst das Wasser, von ihr aus wird das Gefälle aufgebaut;
- mindestens einen Zulauf – einen Apparat oder eine Fallleitung nach oben.
Nur Objekte mit gleichem Geschoss und gleichem Medium verbinden sich zu einem Netz. Eine Linie, die keine andere Linie und keinen Anschluss berührt, gehört zu keinem Netz.
Fallleitung nach unten und nach oben

| Fallleitung nach unten | Fallleitung nach oben | |
|---|---|---|
| Bedeutung | Hier verlässt das Wasser das Netz dieses Geschosses nach unten – der Anfang des Leitungsnetzes. | Hier kommt Wasser von oben in das Netz (aus den Geschossen darüber). |
| Je Netz | genau eine | beliebig viele |
| Last | – | Summe DU, Qww, Dauerabfluss, Regenwasser oder Pumpendruckleitung (Dialog „Last von oben“) |
| Höhe ab Werk | Die Rohrachse liegt einen halben Durchmesser unter der Oberkante Rohboden (OKRB) des Geschosses bzw. unter der Zeichenebene; von hier aus steigt das Gefälle. | aus dem Gefälle der Linie |
Reicht eine Fallleitung über mehrere Geschosse, teilt LuaCAD sie auf die Zeichnungen der Geschosse auf – siehe Fallleitung über Geschosse.
Apparat, Entlüftung und Anschluss
Ein Anschluss ist ein Punkt, an dem eine Leitung beginnt oder endet. Es gibt sieben Arten (Seite Anschlüsse): Fallleitung nach unten, Fallleitung nach oben, Apparat (Waschtisch, WC, Dusche … mit seinem Anschlusswert DU), Entlüftung (ohne Last), Etage (ein Höhensprung in der Linie) und Kote (eine feste Höhe an der Linie). Jeder Anschluss hat Formteile: das Hauptteil direkt am Anschluss und eine Fortsetzung oben bzw. unten – „3D erzeugen“ fügt sie mit ein.
Ein Apparat aus dem Blockkatalog bringt seinen Entwässerungsanschluss mit; für die Berechnung genügt der Anschluss.
Norm und Bemessung
Nach der Norm bemisst „3D erzeugen“ die Durchmesser und wählt die Formteile. Sie ist eine Voreinstellung für alle Zeichnungen (Zahnrad › Optionen › Bemessung); ab Werk gilt DIN EN 12056-2 / DIN 1986-100:
| Norm | Was gerechnet wird |
|---|---|
| DIN EN 12056-2 / DIN 1986-100 (Deutschland, ab Werk) | System I: Q = max(K · √ΣDU + Dauer- und Pumpenabfluss, grösster DU); Sammelanschlussleitungen nach Tabelle 7, Sammel- und Grundleitungen nach den Tabellen A.3–A.5, Fallleitungen geprüft nach Tabelle 8. In Grund-, Sammel- und Lüftungsleitungen nur Bögen bis 45°, Reduktion der Grundleitung sohlengleich, Anschlüsse bis DN 70 an der Fallleitung mit Abzweiger 88½°, eine Fallleitung über 10 m endet unten mit zwei 45°-Bögen und 250 mm Zwischenstück. |
| SN 592 000 (Schweiz) | Für Projekte in der Schweiz: Schmutzwasserabfluss Qww = K · √ΣDU, Durchmesser aus den Tabellen für Anschluss-, Fall-, Sammel- und Grundleitungen. |
| ohne Norm – DN von Hand | Keine Bemessung: alle Rohre bekommen den Durchmesser, den Sie im Panel unter DN angeben. Formteile und Gefälle setzt „3D erzeugen“ trotzdem (allgemeine Regeln, ohne die Formteilregeln der DIN). |
Anschlusswert DU und Last
- DU (Anschlusswert, l/s) ist die Last eines Apparats, etwa 0,5 für einen Waschtisch, 2,0 für ein WC. Er steht in der Vorlage des Apparats.
- ΣDU ist die Summe der DU aller Apparate, die über eine Teilstrecke entwässern.
- K (Abflusskennzahl) beschreibt, wie gleichzeitig die Apparate benutzt werden: 0,5 Wohnhaus und Büro (unregelmässig), 0,7 Spital, Schule, Restaurant, Hotel (regelmässig), 1,0 öffentliche Toiletten und Duschen (häufig), 1,2 Labor (speziell).
- Qww (Schmutzwasserabfluss, l/s) = K · √ΣDU. Aus Qww und dem Gefälle wählt die Norm den Durchmesser.
Im Ergebnis nach „3D erzeugen“ steht für jede Teilstrecke ΣDU, Qww, Gefälle und woher der Durchmesser kommt.
Gefälle
Die Entwurfslinie liegt waagrecht; das Gefälle ist ihre Eigenschaft. Erst „3D erzeugen“ baut es auf: von der Fallleitung nach unten aus steigt jede Leitung zu den Apparaten hin an. Das Gefälle neuer Linien steht im Panel (ab Werk 2 %); in Prozent oder in Grad – beim Umschalten rechnet LuaCAD den Wert um. Beschriftungen, Listen und Hinweise nennen das Gefälle in Prozent, etwa „1,5 %“.
Leitungsart
Jede Entwurfslinie hat eine Leitungsart – sie bestimmt, nach welcher Tabelle bemessen wird:
| Leitungsart | Was sie ist |
|---|---|
| Anschlussleitung | vom Apparat zur nächsten Leitung |
| Zweigleitung | sammelt mehrere Anschlussleitungen |
| Sammel- / Grundleitung | führt das Wasser zur Fallleitung bzw. aus dem Gebäude |
Dazu sagt Medium fliesst, was durch die Linie geht: Schmutzwasser, Regenwasser oder nur Luft (Entlüftung).
Reduktion exzentrisch oder zentrisch
Wechselt der Durchmesser, setzt „3D erzeugen“ eine Reduktion. Wie die zwei Durchmesser aneinanderpassen, wählen Sie im Panel unter Reduktion:
- exzentrisch (ab Werk): die Rohroberkante bleibt bündig (Scheitel bündig) – üblich bei liegenden Leitungen.
- zentrisch: die Rohrachse läuft durch.
- Am Apparat ist die Reduktion immer zentrisch. Unter DIN liegt eine exzentrische Reduktion in der Grundleitung sohlengleich (DIN 1986-100 6.1.7) – die Unterkanten innen bleiben auf einer Linie, das Wasser staut sich nicht. Ist „zentrisch“ gewählt, gilt die Wahl, und das Ergebnis nennt die DIN-Regel als Hinweis.
Abzweigetage

Liegt ein fester Zulauf (etwa ein Apparat mit fester Höhe) höher als die Leitung, an die er anschliesst, braucht es einen Höhenausgleich. „3D erzeugen“ geht dabei immer in dieser Reihenfolge vor:
- Zuerst ein Formteil, die Abzweigetage: unter 17 cm Höhenunterschied zwei Katalogbögen (2 × 30° oder 2 × 15°, dazwischen wenn nötig ein Rohr), ab 17 cm ein aufgestellter Abzweiger mit Bogen.
- Dann mehr Gefälle: passt kein Formteil, fällt die Stichleitung steiler – höchstens 5 %, mit einem orangen Hinweisschild.
- Sonst ein Fehlerschild mit Abhilfe.
Alles dazu stellen Sie im Zahnrad › Optionen › 3D erzeugen ein (siehe Optionen). An einem einzelnen Anschluss schaltet „Ohne Abzweigetage anschliessen“ sie ab.
Höhen: Oberkante, Achse, Sohle
Ein Rohr hat drei Höhen: die Oberkante (OK), die Achse (A) und die Sohle (S) – die Unterkante innen, auf der das Wasser fliesst. In der Entwässerung gilt meist die Sohle. Die Höhe eines Anschlusses ist ab Werk automatisch: sie ergibt sich aus dem Gefälle ab der Fallleitung. Soll sie an einer Stelle fest sein (eine Wanddurchführung, ein Anschluss an Bestand), geben Sie sie vor – ab OKRB, ab UKRD oder absolut, und wie streng: genau (==), mindestens (>=) oder höchstens (<=).
Die Ebenen OKRB, OKFB, UKFD und UKRD eines Geschosses erklärt Höhen in LuaCAD.
Vorwand

In einer Vorwand (Installationswand vor der Mauer) liegen Apparate und Leitungen dicht beieinander. Dafür gibt es einen eigenen Weg, die Seite Verlegen Vorwand: Sie setzen Fallleitung und Apparate im Grundriss und ziehen eine Linie durch ihre Anschlüsse – die Installationsebene. „3D erzeugen“ rechnet daraus die Höhen: aus der Achshöhe jedes Apparats und dem Gefälle der Sammelleitung zur Fallleitung. Netze der Vorwand und von „Verlegen allgemein“ werden nie gemischt; weiter geht es mit Formteilen.
Formteile von Hand
Alles, was Sie selbst setzen statt es erzeugen zu lassen – ein Formteil, eine Kombination, ein eigenes Bauteil – ist ein Teil von Hand. Es dockt an ein freies Ende an oder bricht in ein Rohr ein und bleibt beim erneuten „3D erzeugen“ stehen; LuaCAD führt es nach, wo es an einer Fallleitung oder einem Apparat hängt, und meldet, wo das nicht geht. Beginnt eine Entwurfslinie am freien Ende einer Kette von Teilen von Hand, schliessen die Rohre dort an.
Linien und CAD-Befehle
Entwurfslinien und Anschlüsse verhalten sich wie CAD-Objekte: Griffe, STRECKEN, SCHIEBEN, DREHEN, SPIEGELN, KOPIEREN und die Eigenschaftenpalette wirken. Am Ende des Befehls führt LuaCAD die angeschlossenen Linien nach. Was mit einem Netz geschieht, das schon 3D hat (nachfragen, nur das Gewählte, ganzes Netz, 3D entfernen), stellen Sie im Zahnrad › Optionen › Bearbeiten ein. Ein 3D-Körper wird nie gestreckt. Siehe CAD-Befehle.
Das Vorschaufenster
Das Vorschaufenster „Abwasser 3D - Vorschau“ schwebt neben dem Panel und zeigt auf der Seite Formteile das gewählte Formteil mit seinen Katalogkörpern in 3D – bei einer Kombination alle Teile zusammen, so, wie sie eingefügt werden. Der Kopf nennt Name, Nennweite, Artikel und die Zahl der Teile; lässt sich die Wahl so nicht bauen, steht dort der Grund.

- Wann es erscheint: nur auf der Seite Formteile, für alle drei Wege – Formteil automatisch, einzeln und als Kombination. Jede Änderung der Wahl zeigt es einen Augenblick später neu.
- Griffe: ein Klick auf einen Griff wählt den Anfasspunkt, mit dem das Formteil beim Einfügen am Zeiger hängt; bei „Formteil automatisch“ stellt er im Panel auch „Am Zeiger“ um – und umgekehrt.
- Würfel, Maus und Zahnrad-Menü wie in allen Vorschaufenstern: Würfel = Blickrichtung, Ziehen = drehen, mittlere Taste = verschieben, Rad = zoomen; im Zahnrad Darstellung, Ansicht, Blickrichtung, Einpassen und Neben das Panel legen.
- Ein- und ausblenden: Zahnrad des Panels › Vorschaufenster › Einblenden bzw. Ausblenden. Mit dem Kreuz geschlossen bleibt es zu, bis Sie Einblenden wählen.
Eine eigene, kleinere Vorschau hat der Dialog Abzweigetage (beim „3D erzeugen“ mit der Einstellung „fragen“): sie zeigt die Lösung, die in der Liste „Um wie viel Grad aufstellen?“ gewählt ist, und dreht und zoomt genauso.